Montag, 27. August 2012

Der große Mensch seiner Zeit

Es liegt in der Natur der Sache,
dass der größte Mensch seiner Zeit,
von seinen Zeitgenossen meist als der "kleinste" erkannt wird.
Nicht weil er ihnen so nah, sondern weil er ihnen zu fern steht.

Ökologie 1

In der modernen Ökologie,
beschäftigt sich die Wirtschaft kaum noch mit dem Vertrieb von Produkten an sich, sondern hauptsächlich mit dem Verkauf von "Lifestyle-Utopien".
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die meisten Konsumenten den Hauptteil ihrer Energie und ihres Geldes dazu aufwenden Dinge zu erwerben, die für sich nicht mehr sind, als der Tarnumhang ihrer persönlichen und kreativen Unmündigkeit.

Dienstag, 21. August 2012

Lilith

Lied des Einsiedlers in der Wüste

Nacht um Nacht einst,
trieb mich um
die schwarze Last
des schweren Herzens.

Doch Sehnsuchtsvoll
schöpfte ich aus deinen Rufen,
nährte mich, von deinen Worten.
Zehrte ich, von deinem Bildnis,
am lüsternen Firmament.

So ahnte ich Tag um Tag,
dein Kommen am gierigen Abendhimmel.
Froh deiner Leidenschaft,
ruhte ich am stürmischen Meer deiner Augenpracht.

Nun beug dich zu mir, Sternenglanz,
das ich von deiner Wildheit trinken kann
und kosten deine Früchte.
Ach zu mir, mein stolzes Weib,
wie misste ich dein Wesen.

Nun neuvereint in altem Stamm,
zu peitschen unsere Sinne.




Samstag, 4. August 2012

Fachidioten

Das tragischste, gleichwohl häufigste Symptom der Focusierung auf Fachgebiete,
ist die Fachidiotie.
Tragisch zum einen,
weil ein relativ begrenzter,
spezieller Wissensfundus,
als ausreichend angenommen wird,
bestimmte Phänomene
und damit einhergehende Wechselwirkungen
des jeweiligen Fachs,
zu erklären.

Tragisch auch,
weil Fachidiotie,
im Gegensatz zur Vollidiotie,
noch nicht mal in ihrer Beschränktheit konsequent ist.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Todespriester

Parasieten Todespriester,
diese Worte spucke ich in den Wind!

Es ist alles Teil des selben Weltenbaumes:
Wer die Wurzel nicht kennt,
kann zur Krone nicht finden.

So steht ihr da,
nicht stark genug um Stamm,
nicht schön genug um Laub,
nicht stolz genug um Blüte zu sein.

Die Last nie geahnt, noch getragen,
doch wollt ihr Früchte speisen,
doch wollt ihr nähren euch vom süßen Saft
und noch am Stamm wollt ihr nagen,
zu kosten das Mark und das Leben.

Einst aushölen wollt ihr,
mit falscher Sanftmut und böser Liebe
Das ihr nicht fragt nach dem "sähet"
und nicht nach dem "erntet"
und euch doch schmückt mit ihren Zeichen.
Das ihr höhnt und spottet
und leugnet die jungen Knospen,
doch euch tragt, mit ihrem Wachstum.
Das ihr noch Triebe fresset,
die zum Himmel streben
und preist dies als eure Milde.
Das ihr nicht Stärken,
sondern Schwächen ehret
und euch eurer Güte feiert.

Doch weh euch,
einst der Weltensturm:
zu schütteln alles tote.

So weht ihr fort:
nicht stark genug um Stamm,
nicht schön genug um Laub,
nicht stolz genug um Blüte zu sein.

Die Last nie geahnt, noch getragen,
So werdet ihr überwunden sein,
im stolzen Zeitengang.
So wird verotten,
was selbst sich nicht nähren kann
im kargen Felde des Vergänglichen.

Mag auch kranken kurz der Weltenbaum,
unter falscher Sanftmut und böser Liebe.
Führt doch bald zu Stärke nur,
fauler Fraß von 2000 Jahren.

Nekrophil

Liebe von den Lippen der Gierigen

Nicht Liebe im Eigentlichen,
sondern mehr noch;
"umgedrehte Liebe"
spiegelbildlich im Reflex des Egos.

Nicht Liebe zum Schaffenden,
sondern Liebe zum Nehmenden,
also Liebe zum Leidenden,
also Liebe zum Faulenden.

Montag, 23. Juli 2012

Morphologische Resonanz

Worte wie Lichter,
Wie Strahlen sie zurück,
aus goldenem Flusse
aus rastlosem Strom.
Mich zu Narren,
in dunklen Spiegeln.
Mich zu küssen,
in meinen Grenzen.

Suchend,
um der Worte Willen,
Zog ich in die Felder aus.
Zu finden meines Lebens Ziel.
Zweifelnd, nur der Worte wegen

Formte Sätze zu Texten
Doch keiner Tat Warheit kund.
Keiner wollte Freiheit kennen.
Eine Bahn im Nebelschleier

Oh dunkle Symetrie des Werdenden,
Gebettet nur in schwarzen Leinen,
Ich erfülle dich, du Kelch der Schaffenden.
Einst empfing, nun teile ich,
Gelegt in meinen Mund.
Einst noch hörte,
Doch nun spreche ich,
Zu künden von den deinen,
Das die Welt schwanger gehe,
In den Lüsten deiner Freude.
Das der Ton zur Scheibe gehe,
Zu formen deine Krüge.