Dienstag, 10. Juni 2025

 Zur Blüte treibt die Pflanze alles.

Ihr Wille, ihre Kraft, ihr heimliches Sehnen.
Doch erst die späte Reife lässt sie erkennen:
"Ich bin eine Blume, in Extase ging ich über mich hinaus
und in Freude trieb ich Blüte.
Doch jetzt, wo ich mir entwachsen,
schaue ich zu meinen Wurzeln und ahne Form.
Weißer Zauber, ich sterbe im Wind und gebäre mich doch neu, tausendfach"



 Ich war ein stiller Gott

Und müde meiner selbst

Doch Licht brach
Meiner Seele Feuer

Und die Schwester
meiner Dunkelheit.

Dies und ein
Freudiges Begehren.

Doch aus mir selbst heraus,
Da Floß ich Äther

Und meiner Seele
Überfluss


 

Mittwoch, 25. April 2018

Vorrecht

Sarkasmus

Licht

Peter der Schreckliche

Aus „in einer kleinen Stadt, Geschichten aus dem Höllenfeuer“

Peter der Schreckliche

Peter Scholl war Strenggenommen nie ein ausgesprochener Freund der Weihnachtsfeierlichkeiten.

Er hasste Gans und mochte auch den Duft von Tanne nicht besonders,
aber das war nicht der eigentliche Grund seiner Abneigung.

Als Kind, ja da freute man sich auf die Heilige Nacht, was nicht zuletzt,
dem organisatorischen Geschick des elterlichen Einflusses zu verdanken war.
Die Geschenke, die feierliche Stimmung im Hause, der Onkel der sich,
zur späten Stunde vor den reich geschmückten Tannenbaum erbrach,
voll des Glückes und des Brandweines, ja da waren liebe Erinnerungen.

Spätestens dann aber, wenn man begreift das der Weihnachtsmann,
auf den man so manche Nacht sehnsuchtsvoll gewartet hatte,
auf der Lauer hinter dem Sofa, letztlich eingeschlummert,
nichts war als das Produkt mythologischer Verklärung der Alten.
Geschaffen um der stillen Nacht einen adäquat magische Atmosphäre zu verleihen,
eine hinreichende Ausrede sich mit der buckeligen Verwandtschaft
um ein illuminiertes Nadelgehölz zu versammeln.
Zunächst freundliche Gesten, später Geschenke, abschließend abwegige
Vorwürfe austauschend die einem Außenstehenden gänzlich unverständlich
erscheinen mussten.
Spätestens wenn einem diese einfache Wahrheit bewusst wird,
das die Weihnacht eine lästige Tradition ist, eine Bosheit in Heiliger Tracht,
aus den abstrusesten Begründungen von der kuratierenden Hand der Familienoberhäupter aufrechterhalten.
Spätestens dann, lernt man die aufgesetzte Harmonie, die verordnete Glückseligkeit zu hassen.

Peter hatte seine wilden Jugendjahre zu einem Ausbruch aus den Traditionen genutzt.
Für ihn, als jungen Erwachsenen, waren die Feiertage lange,
nicht mehr als ein Anlass durch das Nachtleben zu streifen.
Von Haus aus, eigentlich nicht zum Rebellentum geboren,
nutze er die freien Tage dem Bürgertum den Mittelfinger zu zeigen.
Die Familie zu meiden, dem Alkoholteufel zu frönen, bis das letzte Licht erloschen,
das letzte Lied verklungen war.

Ein halbes Leben später schließlich, als Beamter im mittleren Dienst, abgesichert,
mit Familie und Eigenheim, immer noch unwillig dem Kult um einen Gottessohn am Hochreck Folge zu leisten,
begab sich eine wundersame Geschichte,



Peter wohnte in einer kleinen Seitenstraße.
Ein bescheidenes Reihenhaus, für einen Mann seines Standes völlig angemessen
und so beliebig wie jedes andere Anwesen mit den obligatorischen 4 ZKB auch.
Mit ihm teilten sich 4 ebenso unspektakuläre,
gutbürgerliche Familien den Platz um die schmale Straße,
die gerade ausreichend breit war, das zwei Autos vorsichtig aneinander
vorbei fahren konnten.

Peter wusste auch nicht mehr genau wie alles begonnen hatte, nahm aber an das es mit Krauses, vom Ende der Straße zu tun hatte.
Das Haus der Krauses und ihrer Nachbarn der Schmidts war ein wenig größer als das der übrigen Anwohner und dadurch das die kleine Straße in einem improvisierten Wendehammer endete, war auch ein wenig mehr Platz vor ihren Anwesen, als vor den übrigen Häusern.
Schon alleine dieser Umstand ließ Peter mit einer unterschwelligen Eifersucht,
ja einem Argwohn auf die Anwohner des Straßen Endes blicken.
Ganz offensichtlich mussten sie sich ja für etwas Besseres halten, der Position ihrer Bewohnungen geschuldet, analog zu der Sitzposition am Ende eines Konferenztisches. Selbsterklärte Könige und Rädelsführer einer unfreiwilligen Gruppe die lediglich die Nachbarschaft zu einer Gemeinschaft formte.

Krauses waren es die an irgendeinem Weihnachten in den Achtziger Jahren,
damit begann ein Teelicht in ihr Wohnzimmerfenster zu stellen,
so offensichtlich, das alle es sehen konnten.
Möglicherweise inspirierte dies ihre direkten Nachbarn, die Schmidts es Ihnen gleich zu tun.
Scheinbar reizte das wiederum die alten Wagners von gegenüber,
die ihrerseits damit begannen, in verschwenderischer Manier sämtliche ihrer Fenster, allabendlich mit Kerzen zu beleuchten.

Peter belächelte diesen vermeintlich spießbürgerlichen Spleen.
Genauso lange bis sein direkter Nachbar, die dumme Drecksau von Dirk Weiß,
mit dem er sich schon einige Sommer einen Wettstreit um den perfektesten
englischen Rasen lieferte, ebenfalls gleich zog und seine Fenster
mit Stumpen Kerzen ausleuchtete.
Nur um ein Exempel zu statuieren, beleuchtete Peter seine Fenster ebenfalls,
nutzte dazu allerdings ewige Lichter aus dem Bedarf für Grabschmuck,
die einmal entzündet, ganze 48 Stunden brennen konnten.
Um seiner Entschlossenheit weiter Ausdruck zu verleihen entzündete er in dem gehegten
1 Quadratmeter großen Vorgarten zusätzlich Sturmlichter die ein selbst gemaltes Schild erhellten,
auf dem er der Nachbarschaft ein gesegnetes Fest wünschte.






Ganze 72 Stunden später wurde er von Krauses überrascht die über ihrer Eingangspforte eine, damals in Deutschland noch eher unbekannten Lichterkette anbrachten, flankiert von einem elektronischen Leuchtschild in ihrem Wohnzimmerfenster, das „ein Frohes Fest“ wünschte.
Peter grämte sich damals sehr, die Krauses, diese falschen Hunde, hatten gewiss nur wegen ihrer Tochter Zugang zu solch exotischen Spektakeln,
die mit einem amerikanischen GI liiert war.
Festbeleuchtung war zu jener Zeit bestenfalls eine Angelegenheit der Weihnachtsmärkte.
Das die Privathaushalte sich mit derartigen schmückten galt als eher unüblich.
Als dann aber auch die Schmidts mit gleich drei Lichterketten und zwei Schildern nachzogen, konnte Peter keinen Schlaf mehr finden, ehe nicht auch er über eine
zumindest gleichwertige Ausstattung verfügte.
Schließlich stand zu erwarten, dass die miesen Wagners und Dirk der alte Pisser ebenfalls ihre Häuser mit derartigem ausstatten würden.
Tatsächlich wurde er damals erst in einem Baumarkt in Frankreich fündig, war aber mehr als zufrieden, der erste deutsche Besitzer eines lebensgroßen, von innen beleuchteten Weihnachtsmannes und gut 200 Meter Lichterketten zu sein.
Den festlichen Schmuck seines Hauses ergänzte er um zwei nette Kunstwerke
die er bei einer italienischen Bildhauer aufgetan hatte.
Zweier Marmortafeln auf denen, in kitschige Szenen, Engelschöre über einer pompösen Krippe jubilierten.
In goldenen Lettern wünschte die Darstellung dem Leser
„Friede auf Erden und eine frohe Zeit“.

Damit schien sein Sieg sicher, zumindest für eine gewisse Zeit.
Herr Krause erkrankter schwer und lies die Sorge um die festliche Beleuchtung in den folgenden Jahren erheblich schleifen.
Als ob mit ihm der hauptsächliche Impulsgeber weihnachtlichen Hausschmuckes ausgefallen war, folgten auch die anderen Nachbarn seinem Beispiel.
Ermutigt von seiner Vorherrschaft in festlichen Dingen, schmückte Peter sein Haus jedes Jahr aufs Neue, um diesem Pack zu zeigen wer der Chef war.

Seine Freude währte einige Jahre, bis Frank Krause in der Mitte der Neunziger Jahre, mittlerweile genesen, verwitwet und neu inspiriert, seine Liebe zu weihnachtlichem Schmuck neu entdeckte.
Für Peter kam der Schlag völlig unerwartet aus mehreren Richtungen.
Den nicht nur Krause, auch die Schmidts und die, mittlerweile steinalten Wagners rüsteten auf.
Eine ganze Heerschar Plastikengel in Lebensgröße,
tausende bunte Lichter auf den eigens gepflanzten Tannen und ein Weihnachtsmann auf einem Schlitten, gezogen von einem Dutzend Rentieren stellte alleine Krause für seine Winteroffensive auf.





Schmidt flankierte mit einer halben Division weihnachtlicher Gartenzwerge,
die Szenen aus der Werkstatt des Weihnachtsmannes darstellten.
Dazu gut drei Kilometer Lichterketten kunstvoll um das Haus drapiert.
Wagners, die dritte Familie in Peters Triade des Schreckens,
ergänzten die himmlischen Heerscharen mit gut zwanzig Nikoläusen die das Haus bekletterten, bewehrt mit Geschenken aller Art und beleuchtet von gut zwei Dutzend Scheinwerfern die Wagner wohl noch aus seiner Zeit als Flakhelfer auf Lager hatte.

Peter der nicht mehr mit einem solch massivem Konter gerechnet hatte,
konnte in diesem schrecklichen Hungerwinter nur defensiv,
unter dem Einsatz aller Kräfte reagieren.
Seine kürzlich erworbene Schneekanone erschien ihm ein schwacher Gegenschlag,
wieder feindlicher Übermacht, um sein Haus in weihnachtlichen Winterzauber zu kleiden.
Das schlimmste war die schreckliche Demütigung die ihm die,
um Krause gescharten Achsenmächte bei brachten,
überall auf ihren Grundstücken waren Propagandaschriften drapiert,
voll der guten Wünsche um eine friedvolle Zeit und ein wundervolles neues Jahr.
Peter konnte gar nicht so viel essen wie er kotzen wollte.

Lediglich Dirk Weiß, die dumme Sau, übte sich in trügerischer Ruhe.

Peter war gezwungen gute Miene zum bösen Spiele zu machen.
Der geballte Macht nachbarschaftlicher Bosheit hatte er,
der erst einen Kredit für eine neue Garage aufgenommen hatte,
zunächst nichts entgegen zu setzen.

Erst als er drei Jahre später Ralf, einen talentierten Elektriker kennen lernte,
keimte eine gewisse Hoffnung in Peter auf.
Ralf, sein Alliierter in finsterster Stunde, verhalf ihm zumindest zu einem Geltungssieg indem er mit einfachen Mitteln das Haus mehrfarbig beleuchtete,
kombiniert mit einem Laser, ausgemustert aus einer insolventen Diskothek der weihnachtliche Motive an seine Hauswand warf.
Seine Kinder kreierten, im heroischen Einsatz,
kunstvolle Spruchtafeln mit biblischen Weisheiten über Liebe und Nachsicht gegenüber dem Nächsten, die sie unter dem Trommelfeuer von Peters
Schneekanonen auf dem Grundstück aufstellten.

Noch konnte all dies die feindliche Übermacht nicht brechen.
Krause der sein Heer mittlerweile ergänzt hatte
um gut dreihundert Weihnachtstrolle aus Plastik und etliche Hilfstruppen
widerlich grinsenden Rotwildes,
das sich um eine gut drei Meter hohe Krippe scharte in dem eine überlebensgroße Darstellung des Jesuskindes permanent Weihnachtslieder zum Besten gab.
Das ganze Haus war in künstliches Licht getaucht, die Wegen illuminiert,
das Dach mit einer Darstellung der Weihnachtsgeschichte von einem regionalen Künstler bemalt.
Krauses Waffenbruder Schmidt deckte dessen Grundstück mit einer Phalanx Computergesteuerter Roboterfiguren in Gestalt der Könige aus dem Morgenland die die Straße unter ein Sperrfeuer aus Weihnachtsgebäck legten.
Vanillekipferln und feinste Lebkuchen prasselten auf nichtsahnende Passanten wie zuckersüße Schrappnellsplitter.

Der steinalte Wagner sowie Dirk der blöde Wichser,
von Krause offensichtlich mit logistischer Hilfe bedacht,
ergänzten den Winterkrieg.
Mit einer unüberschaubaren Masse kleinster Lichter deckten sie jeden Millimeter Fläche ihrer Häuser.
Dirk der elende Spasti, nun ebenfalls bewehrt mit einer ganzen Batterie Schneekanonen, nutzte die Gunst der Stunde und legte das ganze Viertel unter meterhohe Wehen Kunstschnee.
Sein Vorgarten, bevölkert von einem Rudel Laienschauspielern,
war Bühne für weihnachtliche Krippenspiele die in der stündlichen Kreuzigung
eines langhaarigen, schlaksigen Darstellers gipfelten,
was freilich am weihnachtlichen Thema vorbei ging, dem Blödmann Dirk aber offensichtlich egal war.

Schmidt von gegenüber wiederum suchte sein Heil in der Musik,
ein eigens in Polen angemietetes Orchester erreichte dessen Grundstück
mit einem winterlichen Geleitzug und spielte den ganzen Dezember über klassische Interpretationen christlicher Weihnachtslieder.
Ein angemieteter Hubschrauber tauchte die Szenerie unter dem Einsatz von Leuchtspurgeschossen und militärischer Feldbeleuchtung in festliches Licht.

Abermals parierte Peter die feindlichen Vorstöße gekonnt indem er sich eingrub.
Er trieb hunderte Meter Stollengang unter sein Grundstück,
eine kunstvolle Kulisse für gut 2500 Zwerge aus der Werkstatt des Weihnachtsmannes,
die in dem Bergwerk nach Zimt und Zucker schürften, Backwerk und Geschenke herstellten.
Ein gut 20 Meter langer Weihnachtszug befuhr die Unterwelt im 15 Minuten Takt
als Grubenbahn für zahlende Touristen.
So tief eingebunkert wusste er sich für den Moment in Sicherheit, doch ahnte der schlaue Peter bereits dass all diese Anstrengungen nicht reichen würden,
das all dies Defensivcharakter hatte.
Schon in diesem Jahr hatten feindliche Bomberverbände Flugblätter über der ganzen Stadt abgeworfen.
Traktate in denen allen Bürgern eine gute Zeit und „Friede überall“ gewünscht wurde.
Peters 5000 Watt Laser auf dem Dach konnte die generischen Luftschläge allenfalls irritieren.






Was wenn der Feind nächstes Jahr zur Großoffensive blies?
Wen Feindflugzeuge den Himmel bevölkerten wie Heuschrecken,
die ganze Gegend in Wolken aus Vanillestaub und Fürbitten um Friede und Nächstenliebe tauchten?
Peter raubte diese Vorstellung fast den Verstand.
Schon sah er sich zurückgezogen in seinem Führerbunker unter seinem Anwesen,
mit letzten Getreuen kämpfend bis zum finalen Atemzug, bis zur letzten Rumkugel.

Doch das Wunder passierte! Peter gewann auf seine alten Tage im Lotto.

Im November 2017 rollte nach langem, verlustreichen Kampf der Gegenangriff Peters.
180 synchron geschaltete Propagandalautsprecher kündeten von Ruhm und Anspruch.
Mit gut 120 Dezibel, lauter als ein startender Düsenjet, wünschte Peter der Nachbarschaft eine frohe Weihnacht.
Von einem Krähennest, auf seinem Dach errichtet,
beobachtete Peter das Geschehen .

Eine halbe Millionen Glühbirnen, 65000km Lichterketten und 45 Flutlichtscheinwerfer tauchten die Gegend in ein unwirkliches Licht.
Gespeist wurde dieses Lichtermeer von 2 Druckwasserreaktoren im Keller von Peters Haus.
Leistungsfähige Kraftwerkkomplexe, ausgeschlachtet aus einem Sowjetischen U-Boot der Typhon Klasse, von Peter zu einem Spottpreis erworben.
Eine Reiterarmee aus 7000 lebensgroßen, singenden Plastiknikoläusen,
auf riesenhaften Hirschen sitzend bildete die Vorhut, geschützt durch den Feuerschutz tausender Stalinorgeln die einen Raketenhagel aus Lebkuchengewürz und Kurkuma über die umliegenden Planquadrate legten.
Geschwader von B49 Bombern verdunkelten den Himmel, jeder von ihnen bestückt
mit 500 Megatonnen Lametta.

In einem, von Anfang an aussichtslosen Abwehrkampf versuchte Krause, in einer Stoß Bewegung mit offener Flanke, Peters Übermacht zunächst zu brechen.
Er warf Legionen an Plastikengeln in die Schlacht, konterte mit Massen an neumodischen LEDs und EDV gestützter Beleuchtung.
Sein Nachbar Schmidt hatte zu dieser Zeit schon die Waffen gestreckt, der Versuch seine Abwehr um zwei weitere Lichterketten zu ergänzen war zu viel für das alte Stromnetz und hatte sein Haus in Brand gesetzt.
Nach Karamell riechende Rauchschwaden zogen durch das Land.
Der steinalte Wagner, durch zwei Weltkriege im Aufgebe geübt, signalisierte die bedingungslose Kapitulation.
Scharen an, nun unbesoldeten Weihnachtsmännern
und Musikern liefen zu Peter über, unwissend, das dieser keine Gefangenen machte.
Durch Zeit und Erfahrung hart geworden zeigte der schreckliche Peter keine Gnade. So zerschellten die Bataillone an Deserteuren in Peters weihnachtlicher Wallgrabenanlage, einem Bollwerk aus Zuckerwatte und Bratäpfeln am Spieß.



Dirk Weiß der erbärmliche Stricher zeigte sich noch unwillig zur Aufgabe
.
Als letztes Unbeugsames Dorf verschanzte er sich in einer, beide Seiten verzehrenden Kesselschlacht bis Neujahr.
Der offenen Feldschlacht ohne seine Verbündeten unfähig übte sich Herr Weiß in Partisanentaktik.
Nahm Peters Vorhut mit einfachsten Kirchenliedern und Honigkuchen unter Feuer. Schlug mit Neujahreswünschen bereits an Heiligabend zu,
wenn man es am wenigsten erwartete.
Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte Peter, der die Zähigkeit seines Kontrahenten unterschätzt hatte einsehen müssen dass es taktisch unklug wäre
weiter gegen Dirks Verteidigung anzurennen.
Ganze Heere an Pfefferkuchenmännern hatte Peter als Kanonenfutter
verheizt ehe er ein Einsehen hatte.
Der Morgen des neuen Jahres graute und mit ihm schmolz der Schwung des Vorstoßes.
Peter zog sich zurück.
Doch nächstes Jahr, ja nächstes Jahr wäre er wieder auf seinem Posten.
Schon meldete ihm sein Geheimdienst das Eintreffen neuer Versorgungszüge bei den Vorposten seiner Nachbarn und ein letztes Mal ließ er die Lautsprecher Tönen:

„Eine friedvolle, schöne Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr“



Schatten

große Menschen

von Lüge und ihre Feinden

.

Freitag, 1. September 2017

God:doG

Oft nur, sind die Götter der Menschen, die höchsten Wesen,
die ihr Verstand zu erreichen, in der Lage ist.
Das höchste Wesen, im Tal der Ahnungslosen aber, ist kein Gott.

Keinen Gott hat der am Boden verhaftete,
außer einen der sich zu ihm in den Staube legte.
Außer einen, der gleich ihnen, zu Grunde ging,
in den Niederungen ihrer Existenz.

So ist der hohe Gott der Menschen,
oft nur der kalte Mantel ihres Schweigens.
Ist meist nur das Labsal ihrer Todesangst.
Eine Bosheit in heiliger Tracht.

So sind seine Kathedralen,
nur Denkmäler seiner Abwesenheit,
nur steingewordene Dogmen wieder der Vernunft,
nur Fertighäuser für arme Seelen.

Von der Natur kleiner Geister 2

für Anette

Sarkasmus ist den Klein geistigen nur teuer,
solange er gegen andere gerichtet wird.
In Selbstsucht gefesselt, da liegt er
und ist nur seiner Grenzen froh.

Doch wissend um das unerreichbare,
ja wissend um den Schmerz des Namenlosen.
So trifft ihn das Wort, nicht als Tau schöner Blüten,
wie den Freien, sondern als Pfeil.

Worte aus der Fremde,
als Splitter streifen sie den finstren Horizont.
Doch als Klingen sammelt sie der Einsame
um sie nach sich selbst zu richten.

Ja mit Schleudern wirft er sie nach seinen Lügenburgen
und wundert sich seiner Betroffenheit.
So kleidet er sich in Empörung, jenem Hemd,
das selbst noch den erbärmlichen Charaktern passt.

Mittwoch, 26. April 2017

Abschreckungsstrategie in Norkorea



Es ist schleierhaft welcher Strategie die US Administration folgt um Druck auf Nordkorea auszuüben.
Die Stationierung einer schlagkräftigen Armada dürfte das nordkoreanische Regime bestenfalls herausfordern, weniger abschrecken, den die Erstschlagoption gibt es, rational betrachtet eigentlich nicht.
Natürlich würde das nordkoreanische Militär den Angriffen der USA wenig entgegensetzen können, dazu sind die Streitkräfte zu veraltet.
Sehr wohl aber könnte es mit seiner Artilierie und Kurzstreckenraketen Seoul unter Beschuss nehmen,
was eine Katastrophe für die Weltwirtschaft wäre.
Wesentlich bedeutsammer als die Wirkung auf das Nordkoreanische Regime ist jedoch die Wirkung auf die Anreinerstaaten China und Russland.
Explizit die Stationierung eines Bootes der Ohio-Klasse ist strategisch unklug, handelt es sich bei der betreffenden USS-Michigan doch um ein modifiziertes Schiff das in der Lage ist Tomahawk Marschflugkörper in großer Zahl zu verschießen.
Diese Waffengattung gilt als Erstschlagwaffe, da sie nur schwer zu orten und sehr zielgenau ist.
Mit Reichweiten von bis zu 2000km und unterschiedlichen Gefechtsköpfen die ausgerüstet werden können, steigt die Warscheinlichkeit von Mißverständnissen ungemein.
Die chinesische oder die russische Frühwarnung hätte nämlich nur sehr kurze Entscheidungsspielräume wer da angegriffen werden soll, wenn sie einen Abschuss, so kurz vor ihrer Grenze registriert.
Atomar bestückt könnten die Marschflugkörper der Michigan immerhin die gesammte chinesische Küstenlinie bedrohen.
Innerhalb von Minuten müsste entschieden werden ob ein Gegenschlag ausgelöst wird.
Unklare Befehlsspielräume und das hantieren mit schweren Waffensysrtemen im Einflussbereich dreier Supermächte machen die Koreakriese tatsächlich so gefährlich, nicht unbedingt der Akteur Nordkorea an sich.

Sonntag, 20. November 2016

Chroniken des Zusammenbruchs 1 von Ohnmacht und Sklaverei

"Siehe die Sklaven",
kaum das sie Verantwortung abgaben,
gehen sie schon mit Verantwortlichen schwanger
um dann doch nur wieder Ungeheuer zu gebären.
So ist ihnen der Gegner nicht Feind genug,
als das sie nicht auch einen Herrscher bräuchten.

„Siehe du bist mir die Schuld“
so prangern sie ihre Herren,
so knüpfen sie ihre Stricke.
Kein Tropfen Wahrheit ist ihnen klein genug,
als das sie ihn nicht sogleich in einem Ozean der Lüge versenken müssten.
Nichts aus Mangel an Erkenntnis
sondern aus Furcht um die Konsequenz der Erkenntnis.

„Siehe du bist mein Leid“
so schlagen sie ihre These,
an einen Baum in der Fremde.
Wissend, das auch das „zu Wille sein“ ein Wille ist.
Das der Herrscher ein Reflex der eigenen Unvermögens ist.

„Siehe so sollst du sein“
So lassen sie sich diktieren, willkürlich.
So beugen sie sich dem Bild eines anderen.
So spiegeln sie was nicht von diesem Bilde ist,
hinfort zu ihren Untieren.

„Siehe du bist meine Ohnmacht“
So klagt der Schlafende,
müde vom beherrscht sein
und schläfrig vom regiert werden.
Als Sehende wandeln sie im finsteren Tale
und sprechen ihr Talent Hohn.
Als suchende wählen sie ihren Führer
und finden doch nur ihren Herrscher.

Sonntag, 25. September 2016

Mit dem Schwert nach Spanien, die seltsamem Geschichte des Lutz B.


"Abflug Stuka Kampfgeschwader an Gate Z23 um 19.30 Uhr von Frankfurt Airport. Bitte Vorsicht mit den Sirenen"
Lutz Bachmann musste grinsen als er die Durchsage hörte.
Seine Handy plärrte sie in die Stille der Abflughalle, als letzte kleine Affront.
Zu Bachmanns Bedauern aber, erregte seine Aufnahme kein größeres Aufsehen.

Man hatte ihn im Reisebüro angeschaut als sei er nicht ganz richtig im Kopf, als er sich nach den Buchungsmöglichkeiten für eine Reise mit der Reichsflugscheibe oder zumindest einem Heinkel-Bomber erkundigt hatte.
"Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen" hatte er noch entschärfend zu der blutjungen Reisekauffrau gesagt, aber die verzog keine Miene.
Bei Leuten wie Herrn Bachmann würde man immer an den Reichsarbeitsdienst denken wenn er von Schippen redet, hatte diese blöde Schlampe ihm erwidert.
Dann hatte sie den Sicherheitsdienst gerufen, aber nur um sich mit den beiden Testosteronarschlöchern in Phantasieuniform über Lutz lustig zu machen.
"Reisen nach Neuschwabenland sind aus" durfte Bachmann sich noch anhören "aber sie werden dem Schicksal bestimmt ein Schippchen schlagen" prustete das blondierte Miststück, während die beiden Security-Wichser die Tür blockierten um sicher zu stellen, das er die Demütigungen auch mit bekommen würde.
"So wird man als Deutscher ja wohl noch reisen dürfen" keifte Lutz trotzig und ohne erkennbare Resonanz.
"Einen wie euren Erdogan würde ich mir auch für Deutschland wünschen, ein patenter Politiker der weiß was er will, blöd nur das er ein Türke ist" sagte er an die beiden Sicherheitsbediensteten gewandt, in denen Bachmanns erfahrener Kennerblick gleich die Sprossen zugezogener Gastarbeiter erkannt zu haben glaubte.
"Davon ab aber sind wir im Herzen gleich, wir wollen ein starkes Land für unseresgleichen, ich für die Deutschen ihr für die Türken, es gibt keinen Grund das ihr euch über mich lustig macht"
"Wir sind Sizilianer" sagte einer der beiden Aushilfsgorillas tonlos, dann trat er Bachmann, unter dem Gejohle der anwesenden Reisebüromitarbeiter aus der Tür.

Lutz war kein Rhetoriker, noch nicht einmal ein sehr überzeugender Mensch und obwohl ihm dies bewusst war, verwunderte es ihn auch dieses mal, wie wenig die Leute ihn verstanden.
Wie ein roter Faden zog sich das Unverständnis durch sein Leben, von einem Fettnapf in die nächste Scheiße hangelte er sich in schlafwandlerischer Sicherheit.
Erst vor wenigen Monaten zum Beispiel, war er rotzbesoffen in eine versiffte sächsische Hinterhofkneipe getorkelt um ein paar Witze zu erzählen.
Als er am nächsten Morgen erwachte, hatte er versehentlich eine Islamfeindliche Bürgerinitiative gegründet.

Es mochte jener Zeit und jener Region geschuldet sein, das einer wie Lutz zum Führer einer größeren Sache werden konnte und wie es so typisch für die Geschichte ist, liebt sie den Treppenwitz.
Das ein Ex-Berufskrimineller wie Lutz, ein verurteilter Gewaltverbrecher, Dealer, ein Dieb und Justizflüchtling der jahrelang illegal in Südafrika gelebt hatte nun ein Bündnis anführte, das genau diese Eigenschaften Asylbewerbern in Deutschland unterstellte, war aber selbst für Sachsen bemerkenswert.
Andererseits war das PEGIDA Bündnis ein typisches Sammelbecken des Durchschnitts Jammerlappens, der sich egal was passierte, eigentlich immer benachteiligt fühlte und aus unreflektierter Zukunftsangst und mangelndem Mut, einen Schuldigen für sein Unvermögen suchte.
Ein Ex-Knackie als Aushängeschild war aus dieser Perspektive nur konsequent, wusste man doch das im Gefängnis fast niemand Schuld an seinem Schicksal trug, sondern stets die anderen.
Lutz, der wie bei allen Stationen seines Lebens, gar nicht wirklich sicher war, wie er da überhaupt hinein gekommen war, sah sich dennoch durch die plötzliche Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde, geschmeichelt und so hielt er es einfach wie in seiner Zeit als Auftragseinbrecher:
"Wenn ich schon mal drin bin, nehme ich auch mit was ich kriegen kann"

Ohne jeden Zweifel, war es lediglich eine modische Marotte der Lügenpresse ihm dabei den harten Nazi zu unterstellen.
Der Opa eines Schulfreundes von ihm, der war ein Nazi gewesen!
Irgend so ein ranghoher Kerl bei Onkel Adolf und der hatte Lutz immer verachtet.
Immer wenn Bachmann damals seinen Klassenkameraden besucht hatte, ermahnte der Opa die Familie, sie möge anschließend das ganze Haus inspizieren, ob ihnen nichts "Ab-ge-Luzt" worden sei.
Er war ein übel-launiges Arschloch mit typisch preußischer Härte.
Bachmann hasste ihn seit er denken konnte.
Nur einmal hatte er ihn wirklich von Herzen lachen sehen.
Das war da, als der erfahren hatte, das Lutz nun das christliche Abendland retten wolle.
"Einer wie du" hatte der Opa Bachmann damals gesagt und ihm dabei auf die Schultern geklopft
"einer wie du hätte bei Himmler nicht mal die Klos putzen dürfen"

Wie im Rausch war damals die Zeit vorüber gegangen.
Vorsitz bei PEGIDA, reden vor tausenden von Menschen, vielleicht bald der Sprung in die Politik.
Das war viel für einen der weder eine bürgerliche Vergangenheit hatte, noch sich integer zu kleiden wusste.
Aber dann war alles den Bachmann runter gegangen.
War Lutz noch vor kurzem Stolz auf sein einziges Talent: plakativen Unsinn zu reden, den seine Anhänger doch irgendwie gut fanden, wurde ihm genau das zum Verhängnis.
Veihzeugs, Gelumpe, Dreckspack, alles Verbrecher, scheinbar hatten diese Titulierungen ausländischer Mitbürger eine ungeahnte Aufregung erzeugt.
Hätten die Kritiker Lutz gekannt, hätte ihnen natürlich klar sein müssen, das bei seinem sozialem Hintergrund, dies keine Beleidigungen sondern völlig normaler Umgangston war.
Und dann als er er sich als Gröfaz verkleidet hatte.....
Christoph Maria Herbst hatte ein ganzes Hörbuch aufgenommen, in dem er den Hitler mimte und ihm wollten sie wegen eines Fotos an den Kragen, nur weil er zufällig eine der größten fremdenfeindlichen Organisationen der Republik leitete.
Das war wirklich politisch motivierte Hetze.

Sie würden keine Ruhe geben, ehe sie nicht ihn und sein politisches Werk zerstört hätten, die Lügenpresse,
die etablierte Politik, das war Lutz bewusst.
Noch lief alles normal, aber schon lauerten die Emporkömmlinge um ihm seinen Posten streitig zu machen.
Er war angeschlagen und dann nich diese Klage wegen Volksverhetzung.
Lutz zerbrach sich den Kopf wie er eine Lösung finden konnte, bis sie, wie der Blitzkrieg, in sein Hirn fuhr.
"Natürlich Spanien" rief er aus.
Er war geschichtlich recht beschlagen, hatte immer diese Nazisender gesehen, auf denen alle Dreiviertelstunde die Wehrmacht marschierte.
Musste auf N-TV oder N24 gewesen sein.
Von dort wusste er, das der spanische Diktator Francesco Franko seinerzeit den König Juaon Karlos eigens aus dem Exil holte, um ihn als seinen Nachfolger einzusetzen und so die Zukunft des faschistische Regimes zu sichern.
Nach dem Tod des Generals aber, handelte der spanische König anders und überführte sein Volk in die Demokratie.
Nun die Zeiten änderten sich, überall waren konservative Werte wieder hoch im Kurs und überall wurde die Ordnung durch Ströme von Flüchtlingen gefährdet.
Bachmann würde all sein politisches Renommee aufbieten um dem spanischen Königshaus ins Gewissen zu reden, ob man es sich nicht noch einmal anders überlegen wolle.
Insgeheim träumte er schon von einer neuen "Legion Condor".
Lutz beglückwünschte sich im Geiste bereits selber für diese geniale Idee.
So würde er Europa von hinten aufrollen und selbst diese miese Dreckschlampe Tatjana, die ihm seinen Platz bei PEGIDA neidete würde blöd aus dem Fensterling schauen.
Selbst der "Opa-Arsch" seines ehemaligen Klassenkameraden sollte ihn dann anerkennen.

Da seine Popularität eine adäquate Buchung in einem Reisebüro verhindert hatte, musste Lutz notgedrungen aufs Internet ausweichen um dort die Flüge nach Spanien zu reservieren.
Der Flug selber war ereignislos und länger als erwartet.
Nach dem dritten Tag an seinem Zielort, merkte Lutz schließlich das Teneriffa nicht auf dem spanischen Festland lag.
Lutz hatte mal wieder keine Ahnung wie er in diesen Schlamassel reingekommen war.
Dieses Internet, er könnte alle erwürgen, linksversifftes Dreckspack, Untermenschentum!
Wer sich das ausgedacht hat, die gehörten alle aufgehängt, erschossen!
Aber nun ja, wo er nun schon mal da war versuchte er das beste aus der Situation zu machen.
Er würde bleiben und als Flüchtlingshelfer arbeiten.
Für Deutsche die den den wirtschaftlichen Missständen in ihrem Heimatland entgehen wollten.
Das waren schließlich auch nur Menschen die ein gutes Leben für sich und ihre Familie wollten.
Lutz blieb frohen Mutes.
Seine Urlaube würde er künftig in seinem Herkunftsland verbringen um bei PEGIDA zu sprechen.
Man hatte ja schließlich noch Verantwortung.


Donnerstag, 8. September 2016

Feindesliebe

Ergänzend zu "die Insignien der Rebellion 5"

Genau wie zur Freundes, rate ich zur Feindes-liebe.
Jedoch ist Feindes-liebe kein Wort für die Schwachen,
es ist ein Leitprinzip der Starken.
Es ist unser Wort, das der Rebellion der aufrechten Herzen..

Den Freund liebt man seines Wesens, den Feind aber seiner Feindschaft wegen.
Den Federhandschuh werft uns zu, ihr Gegner und "uns hassende",
euch alle wollen wir lieben.
Denn unsere Freundschaft verbindet, eure Feindschaft aber eint uns.

Blut, wie Honig von unseren Lippen, so schmeckt der Streit.
Den ein Ringen ist es, in dem die Idee schwanger geht,
mit der Zukunft und unter Schmerzen naht die Niederkunft,
auf den Wiesen froher Hoffnung.
Wo das Kommende uns ein Traum, da war der Feind uns das Erwachen.
Der Widerspruch der Gegner, das war uns die Ohnmacht der Gegenward
und wo stünden wir, wenn wir sie nicht hätten überwinden müssen?

Das Vorrecht der Starken

Dies ist das Vorrecht der Starken:
Zu schenken aus der Fülle.
Doch nie den Gierigen, hinfort mit ihnen,
die Starken kennen sie nicht!


Nicht Samariter sei ich, auf der Suche nach Dank,
noch die Schlange die würgt, mit ihrer "Nächstenliebe".


Ich sei dies;
All-um-fassend, die Mutter und der Vater.
Meine Herkunft ist die Sonne, doch mein Dasein ist der Mond.
Den Kraftvoll und Milde zugleich eint das Band die Liebenden,
so schenken sie ihr Herz nach der Zukunft.

"Weil"

"Weil" das ist die drohende Knute der Diktatur
und das ist der klagende Zeigefinger ihrer Antithese,
welche nur all zu bereit ist, nach Untergang des Despoten,
ein neues Diktat zu errichten.

"Weil" das ist dem Herren wie dem Sklaven Grund und Abgrund.
Dann eine grosse Schwäche:
keiner ist um seiner selbst willen, jeder ist nur "weil".

Es teilen das gleiche Los,
die Unterdrücker mit den Unterdrückten:
das jede Ausrede nur Abrede ist,
an sich selbst und eigener Verantwortung.

Von der Natur kleiner Geister

Es liegt in der Natur der Sache,
das die Größten Denker,
ihren Zeitgenossen stets,
als die kleinsten galten.
Den hoch nur flog ihr Geist
und wie klein mag er dort aussehen,
den Gemütern mit Bodenhaftung.

Doch wehe vor jenen,
die ihren Zeitgenossen die "Größten" sind.
Eine Götze, die man ihnen über den Kopf hing,
sind sie nur all zu oft
und groß ist nur ihr Schatten.

Montag, 15. Februar 2016

Das Narrenvolk

Die Angst vor dem Fremden,
ist die Ungewissheit des eigenen selbst.
Der Zweifel um das "Ich",
dem Kernwert der Gesellschaft.
Nicht von außen droht der Feind,
nicht das Fremde verfälscht die Völker.
Nein von innen nagt die eigenen Schwäche, das eigene Unvermögen.

Kannte und kennt die Geschichte doch Völker,
die ihrer Traditionen stolz und ihrer Gemeinschaft stark sind
und doch nicht einmal über Staat und Land verfügen.
Nein die verstreut sind in alle Winde und doch wissend sind,
das ihre Stärke nur in ihnen selbst wohnt.

Auch die Starken kennen die Zweifel und auch bei ihnen pflegen sie aus der Fremde zu kommen,
doch sie beherrschen sie nicht.
So starren gebannt die Schwachen, einer Zukunft entgegen,
die ihnen eine Drohung scheint. Den wer sich selbst nicht mehr kennt,
der fürchtet das Ungewisse.

Ihre Ohnmacht liegt darin begründet,
das sie getrieben sind von einem unstillbaren Verlangen um eine Zukunft,
vor der sie gleichzeitig zurückschrecken.
Eine große Leidenschaft um das Wirken der höchsten Dinge, aus eigener Kraft.
Zugleich eine Antriebsschwäche die sie fesselt.
Geschuldet einem Mangel an Format, einem großen Zweifel um das eigene Können.

So mag die Ungewissheit und der Mangel an eigener Stärke die Mutter und der Vater der Angst sein
und Hass ist ihr großer Bruder.
Krieg und Gewalt sind das Implizite jener beiden Missgeburten
und rufen somit jene Unsicherheit auf den Plan, die sie einst erst auslöste.
So führt das Narrenvolk sich selbst im Kreise.

Ich bin der tanzende Stern

Ich bin der tanzende Stern,
durch meiner Augen Glanz erblickt sich das Universum.
Doch wenn es sich sieht, so stets mit dem Blick des Liebenden.
Wann er will, wo er will und wie er will.


Ich bin der brennende Kometen,
Ich folge mir selbst mit flammenden Herzen,
den sehe ich das unter mir, so erblicke ich den Weg den ich ging.
Doch über mir der Kosmos, der ein Wille ist zur Vollendung.
Eine Liebe unter Willen.

Strahlend ist die Ganzheit und
eine Freude ihresgleichen.
Von den Ahnen zu den Zukünftigen,
ist jedes Leben Form und Wille zur Liebe.

Auch dies ist eine Liebe:
Zur Blüte treibt es die Pflanzen,
zu Frucht und Reife.
Und doch ist jeder ihrer Zustände,
vom Samen bis zur Welke, nur Teil der ganzen Form.
Über Generationen hinweg, wirkt der Wille, der sie weiter treibt.

Wille und dann Liebe:
Liebe um das Zukünftige,
Liebe um das gewesene,
Liebe um das hier und jetzt.